Tarifrunde Holz & Kunststoff 2025/26 Verhandlungsergebnis: Mehr Geld für Beschäftigte in Bayerns Holz- und Kunststoffindustrie

Untere Entgeltgruppen und Auszubildende profitieren überproportional. IG Metall-Verhandlungsführer Kannler: „Erst mit unseren Aktionen und Warnstreiks haben wir die Arbeitgeberseite in Bewegung gebracht.“

1. Verhandlung HVI in Nürnberg

21. Januar 2026 21. Januar 2026


In der dritten Tarifverhandlung für die bayerische holz- und kunststoffverarbeitende Industrie haben sich IG Metall und Arbeitgeber heute in Reichertshofen auf ein Verhandlungsergebnis geeinigt. Demnach erhalten die rund 10.000 tarifgebundenen Beschäftigten in zwei Stufen insgesamt 4,2 Prozent mehr Geld, im Juni 2026 zunächst 2,0 Prozent, im Juli 2027 dann weitere 2,2 Prozent. Die IG Metall-Tarifkommission muss dem Ergebnis noch zustimmen.

Zusätzlich bekommen alle Beschäftigte im April 2026 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Die unteren Entgeltgruppen bekommen im Oktober 2026 eine weitere Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Einmalzahlungen anteilig. Bei einer schwierigen wirtschaftlichen Lage im Betrieb können die Einmalzahlungen bis maximal April 2027 verschoben werden.

Die Ausbildungsvergütungen steigen in zwei Stufen um 50 Euro und 40 Euro. Außerdem erhalten Auszubildende eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Januar 2028.

Bayerns IG Metall-Verhandlungsführer Björn Kannler sagt: „In einer komplexen wirtschaftlichen Lage haben wir spürbare Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten erreicht. Durch die Einmalzahlungen gibt es eine ordentliche soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen. Auch die Auszubildenden erhalten überproportional mehr Geld. Erst mit unseren Aktionen und Warnstreiks in der vergangenen Woche haben wir die Arbeitgeberseite in Bewegung gebracht.“

Insgesamt haben sich in Bayern fast 1000 Beschäftigte an den Aktionen und Warnstreiks in dieser Tarifrunde beteiligt.