Tarifrunde Metall & Elektro 2026 Warnstreiks in Bayern beginnen am Wochenende

Montag Arbeitsniederlegungen in 34 Betrieben überall im Freistaat. IG Metall-Verhandlungsführer Ott: „Beschäftigte werden demonstrieren, was sie von mangelnder Wertschätzung der Arbeitgeber halten.“

20261027_2. Tarifverhandlung Metall Elektro Coburg

30. Oktober 2026 30. Oktober 2026


Nach dem unzureichenden Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie startet die IG Metall Bayern mit Ablauf der Friedenspflicht in die Warnstreiks. Den Auftakt macht trotz Wochenende und Feiertag in der Nacht auf Sonntag um Punkt Mitternacht die Nachtschicht von RF360 Europe in München. RF360 Europe gehört zu Qualcomm und entwickelt und produziert Elektronik-Komponenten für Mobilfunkgeräte. Am Sonntagabend legt dann auch die Nachtschicht von Aerotech in Peißenberg vorübergehend die Arbeit nieder. Der erste größere Warnstreik-Tag mit Arbeitsniederlegungen in 34 Betrieben überall in Bayern folgt am Montag. Am Montagabend steht dann der erste Warnstreik bei einem bayerischen Autohersteller an.

IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott sagt: „Bisher haben die Arbeitgeber in den Verhandlungen ihre Beschäftigten auf Kostenfaktoren reduziert. Jetzt werden die Beschäftigten bei Warnstreiks demonstrieren, was sie von dieser mangelnden Wertschätzung halten. Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Bekenntnis zum Standort und zu den Menschen in den Betrieben. Sie müssen auch selbst Beiträge leisten, statt nur den Verzicht der Beschäftigten zu fordern.“

In der zweiten Tarifverhandlung am Dienstag in Coburg hatten die Arbeitgeber erst nach 20 Monaten eine magere Entgelterhöhung um 1,3 Prozent angeboten. Die IG Metall Bayern fordert fünf Prozent mehr Geld und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die IG Metall Bayern eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen erreichen. Außerdem will die IG Metall Bayern zur Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte mit dem Arbeitgeberverband über Zukunft und Beschäftigung sprechen.