Nachwuchs in der Industrie IG Metall Bayern kritisiert erneuten Rückgang bei Ausbildungsverträgen

Die Zahl der Ausbildungsverträge sinkt 2026 um 10,4 Prozent. IG Metall fordert die Unternehmen auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Bezirksjugendsekretär Marco Reinders: „Wer nicht auf junge Menschen setzt, setzt nicht auf die Zukunft seiner Betriebe.“

Junge Auszubildende in der technischen Berufsausbildung werden von älteren Trainer auf CNC-Drehmaschinen Maschinen unterrichtet

5. August 2026 5. August 2026


Die heute von den Arbeitgeberverbänden bayme vbm vorgestellten Ausbildungszahlen zeigen erneut einen deutlichen Rückgang bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in der bayerischen M+E-Industrie. Die Zahl sinkt 2026 um 10,4 Prozent auf 12.000. „Das ist eine alarmierende Nachricht für junge Menschen und für die Zukunft des Industriestandorts Bayern“, erklärt Marco Reinders, Bezirksjugendsekretär der IG Metall Bayern. „Wer nicht auf junge Menschen setzt, setzt nicht auf die Zukunft seiner Betriebe. Ausbildung ist und bleibt die wichtigste Investition in die Fachkräfte von morgen.“

Die IG Metall Bayern fordert die Arbeitgeber auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Ausbildungszahlen auszubauen, statt zurückzufahren. Gerade in Zeiten von Transformation, Digitalisierung und demografischem Wandel braucht die Industrie mehr Ausbildung, nicht weniger. Die Zukunftsfähigkeit der bayerischen Industrie entscheidet sich nicht zuletzt in den Ausbildungswerkstätten der Betriebe. „Die Auszubildenden von heute werden die Fachkräfte sein, die morgen die Transformation gestalten, Innovationen entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie sichern“, sagt Reinders. „Jeder nicht besetzte Ausbildungsplatz ist eine verpasste Chance. Für junge Menschen. Für die Betriebe. Und für die Zukunft des Industriestandorts Bayern.“

Mit Unverständnis reagiert die IG Metall Bayern auf die wiederholt vorgebrachte Begründung, es fehle an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Reinders: „Es ist ein Schlag ins Gesicht einer ganzen Generation, wenn rückläufige Ausbildungszahlen reflexartig mit angeblich fehlender Ausbildungsreife erklärt werden. Die jungen Menschen sind da. Die Frage ist vielmehr, ob die Unternehmen attraktive Ausbildungsbedingungen schaffen und bereit sind, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.“

„Gleichzeitig müssen sich die Unternehmen die Frage stellen, welche Signale sie an junge Menschen senden. Wer monatelang mit Stellenabbau, Verlagerungen oder Standortdebatten in den Schlagzeilen steht, muss sich nicht über einen Rückgang der Bewerberzahlen wundern. Ausbildung braucht Vertrauen in die Zukunft“, erklärt Reinders. Junge Menschen entscheiden sich für die Betriebe, bei denen sie eine Perspektive sehen. Wer Fachkräfte von morgen will, muss deshalb nicht nur Ausbildungsplätze anbieten, sondern auch ein Bekenntnis zu seinen Standorten und Beschäftigten abgeben.

Reinders: „Wer weniger ausbildet und gleichzeitig die industrielle Basis vor Ort ausdünnt, verspielt die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft gleich doppelt. Ein starkes Industrieland braucht starke Standorte und eine starke Ausbildung. Beides gehört untrennbar zusammen.“