Tarifrunde Metall & Elektro 2026 3800 Warnstreikende in 37 Betrieben zum Auftakt in Bayern

Größte Warnstreiks in Schwaben und Unterfranken. AUDI-Nachtschicht streikt am späten Abend. IG Metall-Verhandlungsführer Ott: „Mit unseren Warnstreiks erhöhen wir jetzt den Druck auf die Arbeitgeber.“

Beschäftigte von Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner, Elso Elbe, Bosch Rexroth und Fränkische Industrial Pipes legten vorübergehend ihre Arbeit nieder.

2. November 2026 2. November 2026


3800 Beschäftigte aus 37 Betrieben haben zum Warnstreikauftakt in der Metall- und Elektroindustrie in Bayern bis Montagnachmittag vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Die größten Warnstreiks mit Kundgebungen gab es in Schwaben und Unterfranken. Bei Rohde & Schwarz und Otto Christ in Memmingen beteiligten sich 600 Warnstreikende an einem Demonstrationszug und einer Kundgebung. 500 Warnstreikende von AGCO und Fendt-Caravan demonstrierten in Asbach-Bäumenheim für ihre Forderungen. Ebenfalls 500 Warnstreikende von WAREMA Renkhoff und Procter & Gamble kamen zur Kundgebung in Marktheidenfeld zusammen. Im unterfränkischen Königsberg zogen 300 Warnstreikende der Fränkischen Rohrwerke und weiterer Betriebe in einem Demonstrationszug zu einer Kundgebung. Um 23 Uhr legt heute noch die Nachtschicht von AUDI in Ingolstadt für zwei Stunden die Arbeit nieder.

IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott sagt: „Mit unseren Warnstreiks erhöhen wir jetzt den Druck auf die Arbeitgeber, ihr unzureichendes Angebot nachzubessern. Dabei werden wir unsere Warnstreik-Aktivitäten im Laufe der Woche steigern.“

In der zweiten Tarifverhandlung am vergangenen Dienstag in Coburg hatten die Arbeitgeber erst nach 20 Monaten eine magere Entgelterhöhung um 1,3 Prozent angeboten. Die IG Metall Bayern fordert fünf Prozent mehr Geld und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die IG Metall Bayern eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen erreichen. Außerdem will die IG Metall Bayern zur Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte mit dem Arbeitgeberverband über Zukunft und Beschäftigung sprechen.

Warnstreikende am Montag, 2. November 2026 (Auszug)

Schwaben:

  • Rohde & Schwarz, Otto Christ, in Memmingen – zusammen 600 Warnstreikende
  • AGCO, Fendt-Caravan in Asbach-Bäumenheim – zusammen 500 Warnstreikende
  • BSH Hausgeräte, in Dillingen – 350 Warnstreikende
  • Goldhofer, in Memmingen – 300 Warnstreikende
  • Valeo Schalter und Sensoren, in Wemding – 180 Warnstreikende

Unterfranken:

  • WAREMA Renkhoff, Procter & Gamble, in Marktheidenfeld – zusammen 500 Warnstreikende
  • Fränkische Rohrwerke, Fränkische Industrial Pipes, Bosch Rexroth Augsfeld, Elso Hofheim, in Königsberg – zusammen 300 Warnstreikende

Niederbayern:

  • SPIE SAG, in Ergolding – 220 Warnstreikende
  • Mahle, in Neustadt a. d. Donau – 100 Warnstreikende (Spätschicht folgt)

Oberpfalz:

  • Benteler, in Schwandorf – 200 Warnstreikende
  • Kennametal, in Vohenstrauß – 75 Warnstreikende (Spätschicht folgt)

Oberbayern:

  • Linde (Werk Schalchen), in Schalchen – 160 Warnstreikende
  • SAM GmbH, in Bad Tölz – 100 Warnstreikende
  • GKN Aerospace, in München – 100 Warnstreikende

Mittelfranken

  • Leoni Kabel, in Roth – 80 Warnstreikende
  • Krauss-Maffei, in Treuchtlingen – 60 Warnstreikende

Oberfranken

  • Kennametal, in Mistelgau – 75 Warnstreikende (Spät- und Nachtschicht folgen)


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