Aktionstag Auto und Zulieferer Über 20.000 Beschäftigte in Bayern demonstrieren für Zukunft statt Kahlschlag

Jürgen Kerner in Ingolstadt: „Die Beschäftigten sind entschlossen, für die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland zu kämpfen.“ Bezirksleiter Horst Ott: „Den Wettbewerb mit Fernost gewinnen wir nicht mit Lohndumping, sondern nur mit Innovation und besseren Produkten.“

Aktionstag Bosch Nürnberg 21. September 2026

21. September 2026 21. September 2026 |
Aktualisiert am 21. September 2026 21. September 2026


Über 20.000 Beschäftigte haben heute in Bayern beim IG Metall-Aktionstag ein Zeichen für sichere Arbeitsplätze in der Auto- und Zulieferindustrie gesetzt. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ fanden insgesamt 25 Aktionen mit über 50 Betrieben statt. Alleine bei Audi in Ingolstadt kamen über 5000 Beschäftigte zu einer öffentlichen Sprechstunde des Betriebsrats. Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, sagte bei der Kundgebung in Ingolstadt: „Von diesem Tag geht ein klares Signal aus: Die Beschäftigten sind entschlossen, für die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland zu kämpfen. Aber sie sind nicht bereit, die Zeche zu zahlen für eine Krise, die sie nicht verschuldet haben. Den letzten Cent aus den Beschäftigten rauspressen, um ihn an die Aktionäre zu verteilen – das führt nicht zum Erfolg. Zukunft entsteht nicht durch Sparprogramme. ‚Vorsprung durch Technik‘ – so gewinnen wir die Zukunft! Jetzt sind Arbeitgeber und Politik am Zug, endlich Verantwortung zu übernehmen.“

Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott nahm bei BMW in München an einem Autokorso mit 250 Beschäftigten teil. „Manche Arbeitgeber fordern längere Arbeitszeiten, viele Unternehmen haben aber nicht mal genug Arbeit für 35 Stunden. In Wirklichkeit geht es ihnen darum, Stellen abzubauen und die Einkommen der Beschäftigten zu senken. Den Wettbewerb mit Fernost gewinnen wir aber nicht mit Lohndumping, sondern nur mit Innovation und besseren Produkten“, sagte Ott am Aktionstag. Auch an den BMW-Standorten in Dingolfing, Landshut und Regensburg gab es Aktionen vor den Werkstoren.

Bei Bosch in Nürnberg demonstrierten 500 Beschäftigte gegen Stellenabbau und für eine Zukunft ihres Werks. Der Betriebsratsvorsitzende Arne Brandsch sagte bei der Kundgebung: „Wir brauchen neue Produkte, die unabhängig vom Verbrennungsmotor sind. Doch das Unternehmen will einfach Personal runterfahren und uns das Werk unter den Füßen wegziehen. Wir kämpfen dafür, das aufzuhalten.“

Neben einer Reihe öffentlichkeitswirksamer Aktionen fanden im Rahmen dieses bundesweiten IG Metall-Aktionstages auch etliche betriebsinterne Aktivitäten in Bayern statt, etwa im Rahmen von Betriebsversammlungen oder aktiven Mittagspausen. Die IG Metall fordert die Unternehmen der Auto- und Zulieferindustrie auf, statt plumper Sparprogramme mit Investitionen in Innovation und Zukunftsprodukte die heimischen Werke zukunftsfest aufzustellen. Von der Bundesregierung erwartet die IG Metall eine aktive Industriepolitik mit gezielter Förderung, wirksamem Handelsschutz und klaren Local-Content-Vorgaben.