Am bisher größten Warnstreik-Tag in Bayern in der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie haben bis heute Nachmittag 16.000 Beschäftigte in 64 Betrieben vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Allein beim zentralen Azubi-Warnstreik in Regensburg haben 3400 Auszubildende aus ganz Bayern für ihre Forderung nach 110 Euro mehr Ausbildungsvergütung demonstriert. In München hat die Frühschicht des BMW-Werks mit 3000 Beschäftigten für zwei Stunden die Bänder verlassen und bei einem Demonstrationszug um das BMW-Werk fünf Prozent mehr Geld gefordert. Auch im Bamberger Bosch-Werk ist die Frühschicht mit 3000 Beschäftigten für vier Stunden in den Warnstreik getreten, am Abend folgt dort noch die Spätschicht. Zu Demonstrationszügen und einer Großkundgebung sind in Schweinfurt 2000 Beschäftigte von ZF, SKF, Schaeffler, Bosch Rexroth und weiteren Betrieben zusammengekommen.
Bayerns IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott sagt: „Mit unseren Warnstreiks wollen wir die Arbeitgeber bewegen, mit uns zu einer Verhandlungslösung zu kommen. Ihr bisheriges Angebot ist eher ein Signal der Konfrontation. Wir werden den Druck auf die Arbeitgeber in den kommenden Tagen weiter erhöhen.“
Beim Azubi-Warnstreik in Regensburg liefen die Auszubildenden in einem farbenfrohen und lautstarken Demonstrationszug von Neutraubling bis zum BMW-Ausbildungszentrum in Regensburg. Dort sprach Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, zu den Auszubildenden: „Wenn wir sagen, wir brauchen Investitionen in die Zukunft, dann sprechen wir nicht nur von Technologien, Produkten und Werken, sondern auch von jungen Menschen! Die Auszubildenden, die sich für die Industrie und für diesen Standort entschieden haben, brauchen unsere volle Unterstützung. Sie müssen ihr Leben, die teuren Mieten, den Arbeitsweg, ihren Alltag finanzieren können. Das ist auch eine Frage von Respekt gegenüber jungen Menschen, sie sind unsere Zukunft! Deswegen machen wir uns in den Tarifverhandlungen stark für höhere Ausbildungsgehälter, das haben die tausenden Auszubildenden heute in Regensburg sehr deutlich gemacht.“
Bei der Großkundgebung in Schweinfurt sagte Hauptredner Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, zu den Warnstreikenden: „Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie stemmen seit Jahren Krisen, Transformation und steigende Anforderungen. Sie sorgen mit ihrem Einsatz dafür, dass es auch in schwierigen Zeiten weitergeht. Sie erwarten dafür zurecht Anerkennung. Wenn die Gewinne sprudeln, sind erstmal die Anteilseigner dran – aber sobald es mal schlechter läuft, sollen die Belegschaften allein Opfer bringen? So funktioniert das nicht! Die Arbeitgeber müssen endlich ein Angebot vorlegen, das Respekt gegenüber den Beschäftigten und ihrer Arbeit ausdrückt.“
Warnstreikende am Mittwoch, 4. November 2026 (Auszug)
Zentraler Azubi-Warnstreik, in Regensburg/Neutraubling – 3400 Warnstreikende
Oberbayern
- BMW München, in München – 3000 Warnstreikende
- Magna, in Markt Schwaben – 120 Warnstreikende
Oberfranken
- Bosch Bamberg (Frühschicht), in Bamberg – 3000 Warnstreikende (Spätschicht folgt)
- Valeo Powertrain, in Ebern – 250 Warnstreikende (Spätschicht folgt)
Unterfranken
- ZF, Schaeffler, SKF, Bosch Rexroth, ZF Aftermarket, ZF Race, SRAM, in Schweinfurt – zusammen 2000 Warnstreikende
- Brose, Koenig & Bauer, Konecranes, Konecranes Port Services, Siemens AG NL Würzburg, in Würzburg – zusammen 500 Warnstreikende
- SAF-HOLLAND, in Bessenbach-Keilberg – 200 Warnstreikende
- WIKA (Kundgebung, in Klingenberg 175 Warnstreikende
- Bosch Rexroth (EDC), Walter Hunger, in Lohr – zusammen 140 Warnstreikende
Oberpfalz
- BMW Wackersdorf, in Wackersdorf – 500 Warnstreikende
- Grammer, in Kümmersbruck – 370 Warnstreikende (weitere Schichten folgen)
- Reinhausen, in Regensburg – 230 Warnstreikende
- emz Hanauer, Kennametal Produktions, Kennametal Fine Machining, in Nabburg – zusammen 180 Warnstreikende
Schwaben
- Federal-Mogul, in Friedberg – 250 Warnstreikende
- SGL Carbon, Brembo SGL Carbon, in Meitingen – zusammen 150 Warnstreikende
Niederbayern:
- Electrovac, in Salzweg – 160 Warnstreikende