Tarifrunde Metall & Elektro 2026 IG Metall will mit ausgewogenem Forderungspaket Impulse für Wachstum setzen

Kein Angebot der Arbeitgeber in erster Tarifverhandlung für Metall- und Elektroindustrie in Bayern. IG Metall-Verhandlungsführer Ott: „In dieser Tarifrunde geht es auch darum, den Beschäftigten Respekt für ihre Leistung entgegenzubringen.“ • 3700 Beschäftigte demonstrieren für ihre Forderungen.

IGM Bezirk Bayern -  1. Verhandlung /Demo Tarifrunde  "Bayern: Stabil - Jetzt geht's um alles", Bayerischer Hof, München

8. Oktober 2026 8. Oktober 2026


Die IG Metall Bayern ist heute mit einem ausgewogenen Forderungspaket in die erste Tarifverhandlung für die 836.000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie gestartet. Der Arbeitgeberverband vbm hat kein Angebot vorgelegt, es gab keine Annäherung zwischen den Tarifparteien.

Bayerns IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott sagte nach der Verhandlung in München: „Die Arbeitgeber schauen nur auf die Lohnkosten, das ist verengt und ideenlos. Innovationen und Investitionen schaffen Wettbewerbsfähigkeit. Die Beschäftigten sind kein Kostenproblem, sondern diejenigen, die jeden Tag aufstehen und das Land am Laufen halten. In dieser Tarifrunde geht es auch darum, den Beschäftigten Respekt für ihre Leistung entgegenzubringen. Zumindest heute haben die Arbeitgeber verpasst, das mit einem fairen Angebot zu tun.“

Die IG Metall Bayern fordert fünf Prozent höhere Entgelte und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die IG Metall Bayern eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Boom-Betrieben sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen erreichen. Für Krisenbetriebe will die Gewerkschaft tarifliche Regelungen für sichere Zukunft und Beschäftigung schärfen.

Ott fasst zusammen: „Mit unserem Tarifpaket beweisen wir Augenmaß, berücksichtigen die höchst unterschiedlichen Lagen in den Betrieben und Teilbranchen und setzen zugleich Impulse für Kaufkraft und Binnenwachstum. Auf dieses ausgewogene Konzept erwarten wir von den Arbeitgebern konstruktive Reaktionen statt anhaltende Krisenrhetorik.“

Besonders die harsche Ablehnung einer tariflichen Gewinnbeteiligung in Boom-Betrieben durch die Arbeitgeber ist für Ott nicht nachvollziehbar: „Diese Unternehmen schütten haufenweise Dividenden und Tantiemen an ihre Aktionäre, Eigentümer und Manager aus. Da ist es nur fair und gerecht, auch die Beschäftigten am Erfolg zu beteiligen, den sie selbst erarbeitet haben.“

Während die Auto- und Zulieferindustrie schwächelt, boomen andere Branchen wie die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik, die Elektrotechnik und auch die Rüstungsindustrie geradezu. Aktuelle Wachstumsdaten und -prognosen sowie die heute veröffentlichte Herbstprojektion der Bundesregierung zeigen eine deutliche wirtschaftliche Erholung. Gleichzeitig belasten die Preissteigerungen nicht nur an den Zapfsäulen die Beschäftigten erheblich. „In dieser Situation brauchen die Menschen einfach mehr im Geldbeutel. Das ist realistisch, und daran führt kein Weg vorbei“, stellt Ott fest. „Beschäftigte mit niedrigem Einkommen und Auszubildende spüren die Preissteigerungen noch heftiger. Deshalb wollen wir diese beiden Gruppen besonders entlasten.“

Unmittelbar vor Verhandlungsbeginn haben 3700 Beschäftigte aus ganz Bayern bei einem lautstarken Demonstrationszug vom Münchener Gewerkschaftshaus zum Verhandlungslokal und einer anschließenden Kundgebung einen Vorgeschmack ihrer Aktionsbereitschaft geliefert.

Die zweite Tarifverhandlung in Bayern findet am 27. Oktober in Coburg statt. Die Friedenspflicht endet mit dem 31. Oktober, danach sind Warnstreiks möglich.