Arbeitsplätze IG Metall und Konzernbetriebsrat kritisieren erneuten Stellenabbau bei Schaeffler

Unternehmensbeauftragter Höhn: „Das ist kein Zukunftskonzept für Deutschland.“ IG Metall fordert von Schaeffler Antworten für heimische Standorte. „Erst dann kann überhaupt über Stellenabbau oder andere Maßnahmen gesprochen werden.“

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3. November 2026 3. November 2026


Die IG Metall und der Konzernbetriebsrat von Schaeffler kritisieren die neuen Restrukturierungspläne des Schaeffler-Konzerns scharf. Am 2. November wurde der Wirtschaftsbeirat des Konzernbetriebsrates über das Restrukturierungsprogramm informiert. Nach den Plänen des Unternehmens sollen erneut rund 3000 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut und mehrere Standorte geschlossen werden. Zugleich fordert Schaeffler von den Beschäftigten finanzielle Beiträge.

Bereits im November 2024 hatte Schaeffler angekündigt, allein in Deutschland rund 2800 Arbeitsplätze abzubauen. Erst vor wenigen Wochen folgte ein zusätzliches Altersteilzeitprogramm mit rund 1800 abgeschlossenen Verträgen in Deutschland. Nun steht das nächste große Abbauprogramm an.

Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler, erklärt: „Bei Schaeffler folgt inzwischen ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt sind. Das ist kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland.“

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Uli Schoepplein, kritisiert, dass die geplanten Einschnitte erneut vor allem die deutschen Standorte treffen sollen: „Schaeffler betont regelmäßig sein Bekenntnis zum Standort Deutschland. Dieses Bekenntnis muss sich in konkreten Entscheidungen zeigen. Das vorgelegte Programm lässt genau die Kreativität vermissen, die wir angesichts der Krise brauchen. Wer immer neue Abbauprogramme auflegt, Standorte schließt und die Personalkosten senken will, stärkt den Standort Deutschland nicht, sondern schwächt ihn.“

Aus Sicht der IG Metall und des Konzernbetriebsrats reicht es nicht aus, bestehende Strukturen immer weiter zu verkleinern. Gemeinsam fordern sie ein belastbares industrielles Zukunftskonzept, das konkrete Investitionen sowie die künftige Ansiedlung von Produkten, Technologien und Wertschöpfung an den deutschen Schaeffler-Standorten aufzeigt.

Uli Schoepplein: „Wir erwarten ein klares, vorwärtsgewandtes und offensives Zielbild: Welche Geschäftsfelder will Schaeffler entwickeln? Welche Produkte und Technologien sollen künftig in Deutschland gefertigt werden? Wo wird investiert? Und welche Rolle übernehmen die einzelnen Standorte? Darüber müssen wir jetzt reden.“

Erst auf dieser Grundlage und mit verbindlichen Zusagen für Standorte und Beschäftigung kann aus Sicht der IG Metall und des Konzernbetriebsrats über die Forderung nach Maßnahmen gesprochen werden. Höhn und Schöpplein stellen gemeinsam klar: „Die Reihenfolge ist eindeutig: Erst braucht es eine belastbare Zukunftsperspektive für Standorte, Beschäftigung und Wertschöpfung sowie verbindliche Zusagen für Standorte und Beschäftigung. Erst dann reden wir über Maßnahmen. Die Beschäftigten können nicht dafür bezahlen, dass ihnen anschließend trotzdem der Arbeitsplatz und eine Standortperspektive fehlen.“

Das Unternehmen wird am heutigen Dienstag die Beschäftigten über seine Pläne informieren.

Nach den vorgelegten Unternehmensplanungen sollen in Deutschland netto rund 2.660 Stellen entfallen. Insgesamt stehen elf Standorte im Fokus. Schaeffler plant die vollständige Schließung der Standorte Dortmund, Berlin, Schwalbach und Morbach. An sieben weiteren Standorten sind Kapazitätsanpassungen vorgesehen.

Vorgesehene Standortschließungen:

  • Dortmund: Schließung einschließlich Produktion und Werkzeugtechnik; 364 Stellen
  • Berlin: Schließung des Entwicklungsstandorts und Abbau von F&E-Kapazitäten; 259 Stellen
  • Schwalbach: Schließung des Entwicklungsstandorts und Abbau von F&E-Kapazitäten; 375 Stellen
  • Morbach: Schließung des Standorts; 151 Stellen

Weiterer Stellenabbau: 

  • Herzogenaurach: Produktion, F&E und Verwaltung; 642 Stellen
  • Nürnberg: Produktion, F&E und Verwaltung; 256 Stellen.
  • Höchstadt: Produktion und teilweise Verwaltung sowie Schließung des Werkzeugbaus; 548 Stellen
  • Regensburg: F&E und Verwaltung; 113 Stellen
  • Bühl: F&E und Verwaltung; 94 Stellen
  • Schweinfurt: Anpassung der Sondermaschinenbau-Kapazitäten; 79 Stellen

Aus Sicht der IG Metall und des Konzernbetriebsrats reicht es nicht aus, bestehende Strukturen immer weiter zu verkleinern. Gemeinsam fordern sie ein belastbares industrielles Zukunftskonzept, das konkrete Investitionen sowie die künftige Ansiedlung von Produkten, Technologien und Wertschöpfung an den deutschen Schaeffler-Standorten aufzeigt.

Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler, stellt klar: „Schaeffler hat heute seine Vorstellungen präsentiert: ein detailliertes Abbaukonzept für Deutschland und zugleich eine globale Wachstumsstrategie für den Konzern. Was fehlt, ist die Verbindung zwischen beidem: eine konkrete Antwort darauf, welche Produkte und Technologien künftig in Deutschland entwickelt und gefertigt werden, wo investiert wird und wie viel Beschäftigung Schaeffler hier bis 2030 sichern will. Genau diese Perspektive muss jetzt auf den Tisch. Erst dann kann überhaupt über Stellenabbau oder andere Maßnahmen gesprochen werden.“