Zukunft Autoindustrie IG Metall und Betriebsräte der bayerischen Autohersteller unterstützen Mercedes-Benz-Proteste

Ott: „Wer die 35-Stunden-Woche angreift, legt sich mit der gesamten IG Metall an.“ Martin Kimmich: „Wir stehen in diesem Kampf Seite an Seite.“ Jörg Schlagbauer und Karola Frank: „Solidarität und Geschlossenheit sind jetzt bei den Belegschaften und Betriebsräten über die Werksgrenzen angesagt."

Zwei Männer arbeiten an Karosserien in einer Autofabrik.


Die IG Metall Bayern und die Betriebsratsspitzen der bayerischen Autohersteller BMW und Audi unterstützen die heutigen bundesweiten Protestaktionen der Mercedes-Benz-Beschäftigten gegen einen Kürzungskurs auf dem Rücken der Belegschaft.

Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott sagt: „Mit dem Verzicht von Beschäftigten sichern wir keine Arbeitsplätze. Die Menschen in den Werken sind nicht schuld an weltpolitischen Entwicklungen, hohen Energiepreisen und Versäumnissen des Managements. Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsperspektiven entstehen durch Innovation und Investitionen, nicht durch Einschnitte in Tarifstandards. Wer die 35-Stunden-Woche angreift, legt sich mit der gesamten IG Metall an. Auch sachlich ist schwer nachzuvollziehen, warum die Arbeitszeit erhöht werden soll, wenn gerade nicht genug Arbeit da ist. Die bayerische IG Metall solidarisiert sich mit den Protesten der Mercedes-Benz-Beschäftigten und warnt alle Unternehmen vor Angriffen auf Tarifstandards.“

Dr. Martin Kimmich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der BMW AG, sagt: „Wem heutzutage nichts anderes einfällt, als nach der 40-Stunden-Woche zu schreien, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Die Kolleginnen und Kollegen bei Mercedes haben unsere volle Solidarität und wir stehen in diesem Kampf Seite an Seite.“

Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Audi-Gesamtbetriebsrats und Karola Frank, Vorsitzende des IG Metall-Vertrauenskörpers Audi Ingolstadt, sagen: „Die unverblümten Angriffe gegen die Tarifverträge bei Mercedes sollen uns alle treffen. In einer Zeit von Absatzeinbrüchen, globalen Krisen und Konflikten, in der Zusammenhalt in den Betrieben gefragt ist, versuchen nicht nur die Unternehmensverantwortlichen bei Mercedes die Gunst der Stunde zu nutzen, um hier tarifpolitische Grenzlinien zu verschieben und die Belegschaften zu erpressen. Statt Zukunft zu gestalten, neue Produkte zu entwickeln und weltweit Kunden zu begeistern, lenken sie von eigenen Fehlern ab, getreu dem Motto „Frechheit siegt!“. Und wir wissen, wie es weitergehen soll: Erst Stuttgart, dann Wolfsburg, dann München und Ingolstadt. Dieses abgekartete Foulspiel der Arbeitgeber dürfen wir Ihnen nicht durchgehen lassen. Solidarität und Geschlossenheit sind jetzt bei den Belegschaften und Betriebsräten über die Werksgrenzen angesagt.“