IG Metall und Betriebsräte haben beim Autozulieferer ZF erreicht, dass das Unternehmen auch weiterhin E-Motoren und Inverter für die E-Mobilität selbst entwickelt und produziert. Das hat positive Auswirkungen auf die bayerischen Standorte in Schweinfurt und Auerbach in der Oberpfalz.
Thomas Höhn, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Schweinfurt, kommentiert: „Damit bleibt in Schweinfurt die komplette Wertschöpfungstiefe beim E-Motor erhalten. Das ist ein großer Erfolg für die IG Metall, die Betriebsräte und die Beschäftigten. Denn eigentlich hatte der Vorstand bereits den Ausstieg aus dem E-Motor und dem Inverter beschlossen sowie sogar die Ausgliederung der gesamten Antriebstechnik geplant. Uns ist gelungen, dass die E-Mobilität und die PKW-Antriebstechnik insgesamt bei ZF weiterhin eine Zukunft haben.“
Massiver Widerstand und Großdemonstrationen
Am Standort in Auerbach ist die Gefühlslage gemischt. Sabrina Feige, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, bewertet: „Der vollständige Abschied des Inverters wäre für Auerbach aus unserer Sicht existenzgefährdend gewesen. Das konnten wir verhindern. Dennoch befürchten wir beim Personal Einschnitte. Wir müssen weiter hart an der Zukunft arbeiten.“
Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott ordnet ein: „Wir haben geschafft, wichtige Schlüsseltechnologien bei ZF und in Deutschland zu halten. Im Sommer 2025 stand der Verkauf der gesamten ZF-Antriebstechniksparte kurz bevor, was gigantische Arbeitsplatzverluste bedeutet hätte. Mit massivem Widerstand und Großdemonstrationen haben IG Metall und Beschäftigte gemeinsam dieses Horrorszenario stoppen können. Jetzt ist es im zweiten Schritt gelungen, die Entwicklung und Produktion von Schlüsselprodukten der E-Mobilität bei ZF zu sichern. Damit verbessern sich die Zukunftsperspektiven der bayerischen ZF-Beschäftigten erheblich. Vor einem Jahr hat einen solchen Erfolg kaum jemand für möglich gehalten. Dennoch befürchten wir Einschnitte für die Beschäftigten. Das Ringen um die Zukunft bei ZF geht weiter.“