Tarifrunde Metall & Elektro 2026 Heute 8500 Warnstreikende in 40 bayerischen Betrieben

Größte Warnstreik-Kundgebungen in Passau und Augsburg. Audi-Nachtschicht macht ihrem Ärger Luft. IG Metall-Verhandlungsführer Horst Ott: „In dieser Tarifrunde holen wir uns den Respekt zurück.“

Warnstreik in Aschaffenburg: Linde Material Handling, Proplan und Kion

3. November 2026 3. November 2026


Mit 8500 Warnstreikenden in 40 Betrieben haben die Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie am Dienstag Fahrt aufgenommen. Bei ZF in Passau beteiligten sich 1000 Beschäftigte am Warnstreik und einer Kundgebung. Am Abend folgt dort die Spätschicht. Gleich zwei größere Warnstreik-Kundgebungen fanden in Augsburg bei Renk und Everllence mit 650 beziehungsweise 500 Teilnehmenden statt. Weitere öffentlichkeitswirksame Warnstreiks mit hunderten Beschäftigten organisierte die IG Metall in Aschaffenburg bei Linde Material Handling, bei Waldrich in Coburg sowie in Kitzingen.

Bereits in der Nacht auf Dienstag legte die Audi-Nachtschicht mit 3000 Beschäftigten für zwei Stunden die Arbeit nieder. Dabei machten die Audianerinnen und Audianer auch ihrem Ärger über die Konzernpolitik und die Vorstandskommunikation Luft. Bayerns IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott sagte dort bei der Kundgebung: „Manche in den Unternehmen und in der Politik reden respektlos über die Beschäftigten. Sie würden zu wenig arbeiten, sie seien zu faul, sie seien zu oft krank, und sie seien zu teuer. Deshalb geht es in dieser Tarifrunde um mehr als fünf Prozent. In dieser Tarifrunde holen wir uns den Respekt zurück.“

In der zweiten Tarifverhandlung vor einer Woche in Coburg hatten die Arbeitgeber erst nach 20 Monaten eine magere Entgelterhöhung um 1,3 Prozent angeboten. Die IG Metall Bayern fordert fünf Prozent mehr Geld und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die IG Metall Bayern eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen erreichen. Außerdem will die IG Metall Bayern zur Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte mit dem Arbeitgeberverband über Zukunft und Beschäftigung sprechen.

Warnstreikende am Dienstag, 3. November 2026 (Auszug)

Oberbayern

  • AUDI Ingolstadt (Nachtschicht), in Ingolstadt – 3000 Warnstreikende
  • Krauss Maffei, KNDS, Siemens Mobility, in Parsdorf – zusammen 330 Warnstreikende
  • ZF LIFETEC, in Aschau – 150 Warnstreikende
  • Aerotech Peissenberg, in Peißenberg – 110 Warnstreikende

Niederbayern

  • ZF, in Passau – 1000 Warnstreikende (Spätschicht folgt)
  • Schaltbau, in Velden – 110 Warnstreikende

Schwaben

  • RENK, Hosokawa, in Augsburg – zusammen 650 Warnstreikende
  • Everllence, MT Aerospace, manroland Goss web systems, in Augsburg – zusammen 500 Warnstreikende
  • Liebherr Aerospace (Nachtschicht), in Lindenberg – 100 Warnstreikende

Unterfranken

  • Linde Material Handling Werk II, KIM KION, Proplan, in Aschaffenburg – zusammen 400 Warnstreikende
  • Baumüller, GEA, LEONI Bordnetz-Systeme, Bosch Rexroth, Schaeffler, in Kitzingen – zusammen 270 Warnstreikende
  • LHY Powertrain Werk Nilkheim, in Aschaffenburg – 150 Warnstreikende
  • Linde Material Handling Werk III, in Kahl am Main – 120 Warnstreikende
  • AB-Gusstech, in Aschaffenburg – 45 Warnstreikende

Mittelfranken

  • Robert Bosch (Nachtschicht), in Ansbach – 300 Warnstreikende (weitere Schichten folgen)
  • Schaeffler, in Herzogenaurach – 120 Warnstreikende
  • Diehl Metering, in Ansbach – 80 Warnstreikende
  • Maschinenfabrik Niehoff, in Schwabach – 60 Warnstreikende

Oberfranken:

  • Waldrich Coburg, in Coburg – 290 Warnstreikende
  • Kennametal, Borg Warner, in Ebermannstadt – 200 Warnstreikende

Oberpfalz:

  • Schneider Electric Sachsenwerk, ams-OSRAM, in Regensburg – zusammen 200 Warnstreikende
  • Constantia Pirk (Nachtschicht), in Pirk – 100 Warnstreikende
  • Kennametal (Nachtschicht), in Vohenstrauß – 45 Warnstreikende


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