Auch die bayerischen Volkswagen-Konzernstandorte zeigen beim morgigen bundesweiten VW-Konzernaktionstag Flagge gegen mögliche Kahlschlagpläne des Vorstands. Öffentliche Aktionen der IG Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte gibt es vor den Werkstoren von AUDI und CARIAD in Ingolstadt sowie von MAN Truck & Bus in München und Nürnberg. Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott sagt: „Schon seit Jahren bluten die Beschäftigten für die Fehler und Versäumnisse des Managements, während weiter fleißig Milliarden-Dividenden ausgeschüttet werden. Wenn jetzt weitere Zehntausende Arbeitsplätze und ganze Werke in Frage gestellt werden, stehen die Beschäftigten aller Konzernstandorte solidarisch zusammen. Dieser Konflikt weist über den VW-Konzern hinaus. Unsere Botschaft ist: Die Beschäftigten in der Autoindustrie werden sich nicht abwickeln lassen. Diese Protestaktionen sind ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Management. In den Marken getrennt, in der IG Metall vereint!“
VW-Aktionstag am Donnerstag, 9. Juli, in Bayern:
- Audi Ingolstadt, Flashmob-Aktion vor dem Werkstor (Tor 10, Ettingerstraße), 11:30 Uhr
- CARIAD Ingolstadt, Aktion der Betriebsräte und Vertrauensleute vor der Kantine am IN-Campus (IN-Campus Allee 20), 11:00 Uhr
- MAN Truck & Bus München, Aktion der Betriebsräte und Vertrauensleute vor dem Westtor (Bauschingerstraße 20), 14:00 Uhr
- MAN Truck & Bus Nürnberg, Aktion der Vertrauensleute vor Werkstor, 13:45 Uhr
Hinweis: Es handelt sich um Informations- oder Protestaktionen der Vertrauensleute und Betriebsräte der IG Metall. Es sind keine Warnstreiks. Beim VW-Haustarifvertrag und in der Metall- und Elektroindustrie herrscht gegenwärtig Friedenspflicht.
Weitere Zitate aus den beteiligten Betrieben:
Jörg Schlagbauer (Vorsitzender des Audi-Gesamtbetriebsrats): „Beschäftigte sind kein Kostenfaktor, den man beliebig streichen kann. Sie haben den Erfolg von Volkswagen und Audi erarbeitet und das Unternehmen auch in Krisenzeiten getragen. Wer immer neue Sparprogramme auflegt, darf die Geduld der Belegschaften nicht überschätzen. Für strategische Fehlentscheidungen dürfen nicht immer die Beschäftigten bezahlen.“
Karola Frank (Vorsitzende des IG Metall-Vertrauenskörpers Audi Ingolstadt): „Jeder Arbeitsplatz steht für einen Menschen, eine Familie und eine Zukunft. Wer zusätzlich über den vereinbarten sozialverträglichen Personalumbau zehntausende Stellen streichen will, spricht nicht über Zahlen, sondern über Existenzen. Deshalb werden wir uns mit aller Kraft gegen einen Kahlschlag bei den Arbeitsplätzen stemmen. Die Zukunft des Konzerns darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“
Karina Schnur (Vorsitzende Gesamtbetriebsrat und Betriebsrat München MAN Truck & Bus, Mitglied VW-Aufsichtsrat): „Die Vorgehensweise des Managements bei Volkswagen zeigt, dass sie weder verstanden haben noch willens sind, den Konzern gemeinsam mit der Mitbestimmung nach vorn zu entwickeln. Das ist nicht klug, denn nur mit den Menschen in den Betrieben werden wir die Transformation des Konzerns schaffen.“
Max Drewing (Leiter IG Metall-Vertrauenskörper MAN Truck & Bus München): „Wir stehen fest an der Seite der Kolleginnen und Kollegen an allen VW-Standorten. Denn auch wir haben bei unseren Verhandlungen über die Zukunft unserer deutschen MAN-Standorte immer wieder Unterstützung aus Wolfsburg erhalten. Solidarität ist unsere Stärke, und darauf sind wir stolz!“
Sibylle Wankel (1. Bevollmächtigte IG Metall München und IG Metall-Unternehmensbeauftrage MAN Truck & Bus): „Die Angriffe auf Arbeitsplätze und Tarifverträge bei VW und Mercedes sind kein Zufall. Die Arbeitgeber blasen vielmehr zum Generalangriff auf die über Jahrzehnte erkämpften Errungenschaften für die Menschen in unseren Betrieben. Das lassen wir uns nicht gefallen! Die Aktionen jetzt sind erst der Anfang.“