18. Juni 2020
Haustarifvertrag bei der Firma Wanzl
IG Metall erreicht erstmals Tarifvertrag bei Einkaufswagen-Hersteller Wanzl
2.000 Beschäftigte sichern sich die 35-Stunden-Woche, Weihnachts- und Urlaubsgeld und bekommen 2,3 Prozent mehr Geld

Die IG Metall Bayern hat für die rund 2.000 Beschäftigten des schwäbischen Einkaufswagen-Herstellers Wanzl in Leipheim und Kirchheim erstmals einen Tarifvertrag abgeschlossen. Der Haustarifvertrag regelt unter anderem die 35-Stunden-Woche, die Zahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie eine Entgelterhöhung von 2,3 Prozent in 2020. Damit sind nun unbezahlte Mehrarbeit und verpflichtende Samstagsarbeit ausgeschlossen, und das Weihnachts- und Urlaubsgeld ist für die Beschäftigten in 2020 und 2021 gesichert.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „In der Corona-Krise sind Tarifverträge für die Beschäftigten noch wichtiger, denn sie geben ihnen Sicherheit. Es ist ein wichtiges Signal auch an andere Arbeitgeber, dass wir mit Wanzl ein Unternehmen neu in die Tarifbindung hineingeholt haben.“

Wanzl-Beschäftigte kämpften für diesen Tarifvertrag

Günter Frey, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neu-Ulm/Günzburg, sagt: „Die Wanzl-Beschäftigten haben mit der IG Metall zwei Jahre lang für diesen Tarifvertrag gekämpft, nicht zuletzt mit mehreren Warnstreiks. Das Engagement und die Solidarität der Beschäftigten zahlt sich jetzt für sie aus. Das kann auch ein Vorbild für weitere Belegschaften in der Region sein.“

In einer zweiten Stufe wollen die IG Metall und das Unternehmen weitere Themen im Rahmen des neuen Haustarifvertrags regeln, zum Beispiel Altersteilzeit, Alterskündigungsschutz und die Übernahme von Auszubildenden.


Link zum Artikel